Website relaunchen ohne Rankingverlust

Du kennst das vielleicht: Die alte Website ist sichtbar, bringt Anfragen – aber optisch wirkt sie wie 2014, mobil ist sie zäh und intern weiß keiner mehr, welches Plugin wofür da ist. Ein Relaunch muss her. Und gleichzeitig sitzt die Sorge im Nacken: „Wenn wir live gehen, sind unsere Google-Rankings weg.“

Genau hier entscheidet sich, ob ein Relaunch ein Wachstumsschub wird oder eine teure Vollbremsung. „Website relaunchen ohne Rankingverlust“ klappt nicht mit Bauchgefühl, sondern mit sauberer Planung – und mit der Bereitschaft, an ein paar Stellen Kompromisse zu machen.

Warum Rankings beim Relaunch überhaupt wackeln

Google bewertet nicht deine neue Farbe oder dein neues Logo. Google bewertet Signale. Und beim Relaunch änderst du oft viele davon gleichzeitig: URLs, interne Verlinkung, Inhalte, Ladezeit, Struktur, vielleicht sogar die Domain oder das CMS.

Die häufigsten Ursachen für Rankingverluste sind banal, aber brutal: Seiten verschwinden ohne Weiterleitung, wichtige Inhalte werden „verschlankt“, Title und H1 werden neu geschrieben, interne Links werden umgebaut und die neue Seite ist am Ende langsamer als vorher. Dazu kommen technische Stolperfallen wie noindex, falsche Canonicals oder eine robots.txt, die mehr blockt als sie soll.

Wichtig: Ein kurzer Dip nach dem Go-live ist nicht automatisch ein Problem. Google muss neu crawlen und neu bewerten. Kritisch wird es, wenn die Signale nicht mehr zusammenpassen oder Google wichtige Seiten nicht mehr findet.

Der Relaunch beginnt nicht im Design, sondern in der Bestandsaufnahme

Wenn du Rankings halten willst, musst du zuerst verstehen, was heute funktioniert. Das klingt unsexy, spart aber später Wochen.

Starte mit einer sauberen Inventur: Welche Seiten bringen organischen Traffic, welche ranken für relevante Suchbegriffe und welche erzeugen Anfragen oder Verkäufe? Viele Unternehmen schauen nur auf „die Startseite“. In der Praxis tragen aber oft Leistungsseiten, Ratgeberartikel oder lokale Unterseiten den größten Teil der Sichtbarkeit.

Parallel brauchst du ein URL- und Content-Audit: Welche URLs existieren, welche sind indexiert, welche bekommen Backlinks, welche sind intern stark verlinkt? Wenn du diese Liste nicht hast, kannst du später keine vernünftigen Redirects setzen – und genau da gehen Rankings typischerweise verloren.

Informationsarchitektur: Neue Struktur ja, aber nicht blind

Ein Relaunch ist die Chance, Ordnung reinzubringen: klare Menüs, bessere Nutzerführung, weniger Klicktiefe. SEO liebt das – solange du nicht die bewährten Themencluster zerschneidest.

Wenn du die Seitenstruktur änderst, achte auf zwei Dinge: Erstens, dass wichtige Themen weiterhin eigene, klar fokussierte Zielseiten haben. Zweitens, dass die interne Verlinkung die Prioritäten abbildet: Hauptleistungen prominent, Ergänzungen logisch darunter, Ratgeber passend verknüpft.

„Wir fassen alles auf einer Seite zusammen“ kann funktionieren, wenn das Suchvolumen klein ist und du bisher viele dünne Seiten hattest. Wenn du aber mehrere Top-Rankings über einzelne Unterseiten hältst, ist „Zusammenlegen“ ein Risiko. Dann entscheidet die inhaltliche Qualität und die saubere Weiterleitung darüber, ob Google die Relevanz übernimmt oder neu verteilt.

URL-Strategie und Redirect-Mapping: Hier gewinnt oder verliert man

Wenn du beim Relaunch URLs änderst, brauchst du ein Redirect-Mapping – Seite für Seite. Nicht „irgendwie auf die Startseite“. Google erwartet eine thematisch passende Zielseite.

Der Standard ist eine 301-Weiterleitung von jeder alten URL auf die beste neue Entsprechung. Wenn es eine Seite nicht mehr geben soll, gibt es drei saubere Optionen: eine passende Alternative (301), eine bewusst entfernte Seite (410) oder – selten sinnvoll – ein 404. In der Praxis ist 410 manchmal besser als „alles auf die Startseite“, weil Google dann schneller versteht, dass die Seite wirklich weg ist.

Wichtig ist auch die Kette: Vermeide Redirect-Ketten (alt -> Zwischenziel -> neu). Das kostet Crawl-Budget und kann Signale verwässern. Ziel ist immer: ein Sprung.

Und ja, das ist Arbeit. Aber es ist die Arbeit, die den Unterschied macht zwischen „nach 2 Wochen wieder stabil“ und „6 Monate Sichtbarkeit suchen“.

Content: Nicht kürzen, nur weil es schöner aussieht

Viele Relaunches verlieren Rankings, weil Inhalte gestrichen werden, die zwar nicht „schön“, aber relevant waren. Beispiel: Leistungsseiten werden zu Marketing-Teasern, FAQ-Blöcke fliegen raus, oder lokale Bezüge werden entfernt, weil man „moderner“ wirken will.

Wenn du website relaunchen ohne rankingverlust ernst meinst, dann gilt: Erst die Suchintention verstehen, dann texten. Das heißt nicht, dass du Textwüsten behalten musst. Du kannst Inhalte besser strukturieren, mit klaren Abschnitten, mehr Zwischenüberschriften, stärkeren Einstiegen und besseren CTAs. Aber die fachlichen Substanzpunkte, die Google bisher als relevant erkannt hat, sollten nicht verschwinden.

Achte außerdem auf die Basics, die oft „nebenbei“ geändert werden: Titles, Meta Descriptions, H1/H2, Alt-Texte, interne Ankertexte. Ein Relaunch ist ein guter Moment, diese Dinge zu verbessern – aber nicht, um sie komplett zu entkoppeln. Wenn eine Seite bisher für „Steuerberater Fulda“ rankt und du machst daraus „Ihre Experten für Zahlen“, hast du gerade dein Keyword-Signal verdünnt.

Technik: Ladezeit, Indexierung, Canonicals – die Klassiker

Technisch entscheidet sich SEO beim Relaunch an wenigen, dafür harten Punkten.

Performance ist einer davon. Ein neues Theme, mehr Animationen, größere Bilder – und plötzlich ist die Seite langsamer. Gerade auf Mobilgeräten kostet dich das Rankings und Anfragen. Achte auf konsequente Bildoptimierung, sauberes Caching und schlanke Skripte. „Schön“ ist gut. „Schnell und schön“ ist das Ziel.

Indexierung ist der zweite Punkt. In der Entwicklungsumgebung ist noindex richtig. Beim Go-live ist es fatal. Gleiches gilt für eine robots.txt, die aus Versehen ganze Bereiche blockt. Auch Canonical-Tags müssen stimmen: Jede Seite sollte auf sich selbst zeigen, außer es gibt einen echten Grund.

Dritter Punkt: strukturierte Daten. Wenn du lokale Leistungen anbietest, können passende Markups helfen, aber sie müssen korrekt sein und zu den Inhalten passen. Und wenn du bisher bereits Rich Results hattest, solltest du prüfen, ob du diese Signale beim Relaunch nicht verlierst.

Launch-Prozess: So minimierst du Risiko am Go-live-Tag

Ein Relaunch ist kein „Upload und fertig“. Der sichere Weg ist ein klarer Ablauf mit festen Checks.

Vor dem Go-live brauchst du einen finalen Crawl der neuen Seite: Welche URLs sind erreichbar, welche status codes kommen zurück, gibt es unerwartete Weiterleitungen, fehlt irgendwo eine wichtige Seite? Danach folgt der Abgleich: alte URL-Liste gegen neue URL-Liste plus Redirects.

Beim DNS- oder Serverwechsel solltest du sicherstellen, dass das Hosting performt und dass HTTPS sauber läuft. Mixed Content (http-Bilder auf https-Seiten) wirkt unprofessionell und kann technische Probleme verursachen.

Direkt nach dem Go-live gehören diese Themen in die ersten Stunden: Weiterleitungen testen, Indexierung prüfen, XML-Sitemap aktualisieren, in der Google Search Console die neue Sitemap einreichen und auf Crawling-Fehler achten. Wenn du ein paar Tage wartest, sind die ersten verlorenen Signale schon Realität.

Nach dem Relaunch: Monitoring ist Pflicht, nicht Kür

Wenn du Relaunch als Projektabschluss siehst, verlierst du oft genau dann, wenn du eigentlich gewinnen könntest. Die ersten 2-6 Wochen sind die Phase, in der Google neu sortiert.

Behalte Rankings und organischen Traffic im Blick, aber interpretiere nicht jedes Tagesrauschen. Interessanter sind Trends: Fallen bestimmte Verzeichnisse? Fehlen bestimmte Keywords? Häufen sich 404s in der Search Console? Dann ist meist das Redirect-Mapping oder die interne Verlinkung die Ursache.

Auch die Nutzerzahlen sind ein Signal: Wenn die Absprungrate steigt oder Anfragen einbrechen, kann das an Ladezeiten, an der neuen Navigation oder an unklaren CTAs liegen. SEO ist nicht isoliert – Google „spürt“ Nutzerreaktionen indirekt.

Sonderfälle: Domainwechsel, Shop-Relaunch, WordPress-Migration

Manchmal hängt am Relaunch mehr als Design. Dann wird es anspruchsvoller.

Ein Domainwechsel ist die Königsdisziplin. Hier brauchst du nicht nur 301-Redirects, sondern auch saubere Property-Einstellungen in der Search Console, konsistente interne Links und eine sehr saubere Kommunikation der neuen Domain über alle Kanäle. Es dauert oft länger, bis Google die Signale vollständig übertragen hat.

Ein Shop-Relaunch (WooCommerce oder Shopify) hat eigene Fallen: Produkt-URLs, Varianten, Filter-URLs, facettierte Navigation und interne Suchseiten können Indexierung aufblasen oder wichtige Produktseiten verdrängen. Hier entscheidet die saubere Steuerung von Index/Noindex, Canonicals und die Priorisierung der Kategorien.

Bei WordPress-Migrationen passieren viele Fehler bei Permalinks, Medien-URLs oder Plugins, die plötzlich andere Meta-Daten ausspielen. Das ist lösbar – aber nur, wenn man es nicht „nebenbei“ macht.

Wann „ohne Rankingverlust“ realistisch ist – und wann nicht

Ehrlich: Ein Relaunch ohne jede Bewegung ist selten, wenn du viel änderst. Wenn du aber die wichtigen Seiten erhältst, Redirects sauber setzt, Performance verbesserst und die Inhalte mindestens gleichwertig hältst, sind starke Verluste nicht „normal“.

Wenn du hingegen gleichzeitig Domain, Struktur, Inhalte und Technik wechselst, ist das Risiko höher. Man kann es trotzdem kontrollieren, aber du solltest Zeit für Nachjustierung einplanen und nicht erwarten, dass am Montag alles live geht und am Dienstag alle Rankings exakt gleich sind.

Wenn du dafür einen Partner suchst, der Relaunch, WordPress-Umsetzung und SEO aus einer Hand sauber durchzieht und dabei schnell erreichbar bleibt: Bei CONVERT setzen wir Relaunch-Projekte genau so auf – pragmatisch, Google-konform und mit einem klaren Plan für Redirects, Content und Performance.

Am Ende ist ein Relaunch nicht der Moment, in dem du „neu anfängst“. Es ist der Moment, in dem du das Vertrauen, das du dir bei Google über Jahre aufgebaut hast, bewusst mitnimmst – und es durch bessere Technik, klarere Inhalte und eine stärkere Nutzerführung verdienst, noch weiter nach oben zu kommen.

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